Freitag, 14. Dezember / 20 Uhr

 

Sonntag, 16. Dezember / 17 Uhr

 

Dienstag, 18. Dezember / 20 Uhr

 

 

  Abgefahren. Romer.

 

 Ein Vergessener vom Bodensee

 Abgefahren. Romer.“ - Dies sind die letzten Worte des Dettinger Kapitäns Franz Romer, die er nach Deutschland sendet bevor er die Antillen verlässt. Im Frühjahr des Jahres 1928 war er aufgebrochen, um den Atlantik alleine in einem Faltboot zu überqueren. Dies ist gelungen, doch New York ist sein Ziel. Das Theaterstück „Abgefahren. Romer.“ ist ein Monolog, geschrieben von Gerd Zahner. Es zeigt den außergewöhnlichen Seemann auf einer schicksalhaften Reise, die sein Ende bedeuten wird. Zwischen Stürmen und Flaute, Haifischangriffen, Durst und Sehnsucht ist Stille und Einsamkeit, eindrucksvoll dargestellt von der Schauspielerin Anna Hertz und musikalisch umrahmt vom Perkussionisten Patrick Manzecchi unter der künstlerischen Leitung von Leona Strakerjahn.

  

 

Fotos: Helmut Bär

Wir schreiben das Jahr 1928. Deutschland befindet sich zwischen zwei Kriegen.

Franz Romer, der als Sohn einer Bauernfamilie 1899 in Dettingen am Bodensee geboren wurde. Er besucht die Volksschule bis zum 14. Lebensjahr und schnell wird klar, dass Romer die Arbeit auf dem Hof seines Vaters nicht befriedigen wird, er will zur See fahren. Er läuft von zu Hause weg und macht sich auf den Weg nach Hamburg, wo er auf verschiedenen Fischerei-und Handelsschiffen als Schiffsjunge anheuert. Von Ehrgeiz und dem unbedingten Willen Karriere auf See zu machen getrieben, schafft Romer es schließlich, auch ohne eine höhere Schule besucht zu haben, und wird 1926 zum Schiffsoffizier ernannt, befugt Schiffe jeder Art und Größe als Kapitän zu führen. Während seiner Offiziersausbildung beschäftigt er sich außerdem mit Meteorologie und Segelflug und war Gasthörer an der Hamburger Universität und an der Technischen Hochschule.

Aber schon lange arbeitet Franz Romer in Gedanken an einem anderen Plan. Er will als erster den Atlantik in einem Faltboot überqueren. Route: Lissabon-New York. Schließlich bittet er die Schifffahrtslinie, für die er tätig ist, für sein Vorhaben um Unterstützung, was jedoch abgelehnt wird. Wild entschlossen kündigt er seine Stellung. Romer, der den Ersten Weltkrieg mitbekommen hatte, will der Welt zeigen, wozu ein Deutscher fähig ist und setzt alles daran, diese große Aufgabe, in die Tat umzusetzen.

Nach langer Vorbereitung sticht Franz Romer im April 1928 in Lissabon in einem Faltboot von 6,50m Länge und 98cm Breite in See. Niemand glaubt an seinen Erfolg, viele halten ihn für Verrückt. Doch nach 58 Tagen und nach zwei Notlandungen, die ihm das Leben retteten, erreicht er, nach unglaublichen Strapazen und völliger Erschöpfung die den Antillen zugehörige Insel St. Thomas. Nach einer Erholungspause will er seine Seereise nach New York fortsetzen, gerät aber auf der Fahrt in einen heftigen Tornado. Dort verliert sich seine Spur. Erst 1937 wird er für tot erklärt.

 

                „Ich dachte damals als Überlebender, dass das Glück nie verbraucht ist.“

 

Eintritt: € 14 / 10 (Schüler & Studenten)

Reservierung: angelika.homburger@googlemail.com oder (0049) 07531 / 917263

                                        

Zimmerbühne in der Niederburg

St. Johanngasse 2      

78462 Konstanz

Foto: Ebi Kern
Foto: Ebi Kern

"Seesisters and Brothers" (Juni 2017)

Foto: Helmut Bär